Leute, es ist heiß. Hot, hot summer. Immer 30 Grad; oft mehr, manchmal weniger. Mal weht der Wind und erfrischt uns ein bisschen (trocknet aber gleichzeitig alles noch mehr aus), mal ist es drückend schwül. Eigentlich kann man das Wetter ganz gut ertragen, schließlich machen Sonne, Sommer und Wärme gute Laune. Sommerferien haben wir in Bayern nun auch endlich! Die Teenager sind aufgeräumt und wenn wir von der Arbeit kommen, leuchtet uns der Pool azurblau entgegen. Sommerferien find ich tatsächlich, auch wenn ich noch keinen Urlaub habe, recht entspannend.






Wenn… ja, wenn nur nicht diese Tristesse im Garten wäre: Die ganze Blütenpracht und das erfrischende Grün des Juni sind dahin. Alles raschelt, dörrt und lechzt nach Wasser; rollt die Blätter ein, wirft ab, was geht. Ich kann nicht alles mit dem Gartenschlauch versorgen: das Gemüse, klar, das muss täglich was abkriegen; die Himbeeren und der Pfirsichbaum, die gerade Früchte produzieren, erhalten hin und wieder auch ein paar Gießer. Alles was in Töpfen wohnt, natürlich auch. Aber alles andere muss zusehen, wie es klar kommt.








Wenn ihr jetzt meine Fotos anschaut, denkt ihr bestimmt: „Was hat sie denn? Blüht doch alles schön!“ – Dazu muss ich sagen, dass ich eine „Schön-Fotografin“ bin. Ich kann leider nichts Hässliches fotografieren. Sorry. Krieg ich nicht hin. Aber glaubt mir, zurzeit gibt es durchaus unschöne, vertrocknete Ecken in meinem Garten!
Meine Helden dieser Tage sind mal wieder die Rosen, die gerade ihre zweite Blüte des Jahres präsentieren und es toll finden, dass kein Regentropfen ihre Blütenblätter verklebt. Und, klar, die Kugeldisteln stehen auch wie ’ne Eins da und bieten Hummeln und Bienen reichlich Nektar. Die gelben Sonnenhüte (Rudbeckia), die ihren Platz im Garten selbst bestimmen dürfen, leuchten auch ein paar Ecken aus. Aber alles andere – traurig. Meine lieben Herbstanemonen, die schon einen der wenigen Schattenplätze ergattert haben, fahren auf Reserve. Den Steingarten guck ich gar nicht mehr so genau an. Und wenn sogar die mediterranen Kräuter fast vertrocknen, will das was heißen.








Ich verkriech mich an meinen derzeitigen Lieblings-Schattenplatz an Nachbars Efeuwand. Dorthin, wo auch die Hostas ihr Schattendasein fristen dürfen. Es heißt „durchhalten“. Alles wird auf ein Minimum herabgefahren. Abwarten, hoffen und überleben. Wüstenzeit… Die gibt es nicht nur bei den Pflanzen, sondern auch bei uns Menschen.
Wir waren mal bei einem Worship-Abend, der unter dem Thema „Wüstenzeiten“ stand. Es ging um Durststrecken im Glauben, fehlende Ermutigung, keine sichtbaren Fortschritte, keine Gottesbegegnung. Die Band hatte dann ein Lied ausgepackt, „Wüstenheil“.
Schmal und steinig.
Wohin führt mich dieser Weg?
Durch die Wüste.
Weit und breit niemand zu sehn.
…
Und ich warte,
bis dein Schatten auf mich fällt.
…
Führ mich durch die Wildnis,
ja, zum heilenden Quell.
Denn dort wartet Vergebung.
Meine Seele wird frei.
In der schwersten Stunde
find ich dein Wüstenheil.Alive Worship, 2023
Die Wüstenzeit dient also der Heilung. Manchmal müssen wir einfach warten. Vertrauen, dass die Wüstenzeit vorbeigeht. Warten, dass die Quelle wieder Wasser führt und uns erfrischt. Dass Gott seinen Plan für uns wieder offenbart, sich uns zeigt, uns in die nächsten Schritte führt und neue Türen öffnet.
So müssen auch meine Pflanzen im Garten durchhalten, bis endlich ein erlösender Regenguss kommt. Bis sie sich wieder vollsaugen können, um dann mit neuer Kraft und Frische zu erblühen.
Komischerweise ist aber trotz der Wüstenzeit im Garten auch Erntezeit. Zwar ist die „große“ Schwemme an Gurken, Tomaten und Zucchini erstmal vorbei („So ein Glück“, sagen die Kinder!), aber die Ernte aus Gewächshaus und Hochbeet versorgt uns auch über die Wüstenzeit hinaus.






Wüstenzeit und Erntezeit – wie passt das zusammen?
Ich glaube, dass alles, was wir in Zeiten des Überflusses, des Überschwanges, der Euphorie und des Reichtums im Glauben angestoßen haben, gerade auch in Wüstenzeiten Früchte tragen kann. Wenn man zum Beispiel viel für einen Menschen gebetet hat, dass er zu Gott findet und ihn annimmt, dann kann es sein, dass dieser Mensch Gott begegnet, wenn man selbst gerade eine Wüstenzeit durchmacht. Und dieses Erlebnis ist dann wieder eine Ermutigung für den Menschen in der Wüstenzeit. Gott vergisst uns nie und er zeigt uns oft die Antwort auf ein Gebet, wenn wir es gar nicht (mehr) erwarten, aber wenn wir es am Nötigsten brauchen.
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