Bei unserem letzten Thüringen-Trip ergab sich ein unverhofftes Zeitfenster für einen Besuch Bad Langensalzas, der „Stadt der Themengärten“. So darf die kleine Kurstadt am Rande des Nationalparks Hainich in West-Thüringen mit Fug und Recht heißen, nennt sie doch ganze 10 Parks und Gärten ihr Eigen.
Schon beim Hineinfahren erblickten wir schön bepflanzte Parkanlagen entlang der Stadtmauer. Vom Parkplatz aus schlugen wir den Weg zum Schlösschenpark ein. Dort begrüßte uns eine stinkende Schwefelquelle – hübsch verpackt in einen Brunnen, umgeben von einem historischen Pavillon. Schnell wieder raus – nach 5 Minuten wird’s gefährlich!
Schön barock-symmetrisch kann man vom Pavillon aus das gegenüberliegende Friederikenschlösschen erahnen. Als wir uns über die Terrassen näherten, fühlten wir uns sofort nach Italien versetzt: Olivenbäume, Bananenstauden, Schmucklilien und viele weitere mediterrane Gewächse rahmen das Sommerschlösschen ein. Die Ansicht des dahinter hervorlugenden hellen Renaissanceturms der Langensalzaer Marktkirche verstärkt „la dolce vita“ noch.










Direkt vor dem Schlösschen verläuft der Kurpark als „Flaniermeile“ mit Bächlein, tollem Baumbestand und einer bunten Bepflanzung. So schlenderten wir dem Japanischen Garten und dem daneben angrenzenden Rosengarten entgegen. „Rosen oder Japan?“ fragte ich meine Family. Wir entschieden uns für den Japanischen Garten um, dort angekommen, festzustellen, dass leider keine Hunde erlaubt sind. Also dann doch Rosengarten… wir googelten: Auch keine Fellnasen erwünscht. Ebenso nicht im Botanischen Garten, im Apothekergarten und im Arboretum. Dafür im Magnoliengarten. Aber wer will schon im Juli Magnolien anschauen? Und der Travertin-Ausstellungsgarten hat sonntags geschlossen! Liebe Verantwortliche, wisst ihr nicht, dass immer mehr Menschen mit Hund auf Reisen gehen? Und dass die Kombination „Hundebesitzer“ und „Gartenfreund“ garantiert den Hundehaufen auf dem englischen Rasen oder dem Rosenbeet entfernen würde?!
Nun, es war nicht zu ändern. So verließen wir den „Gartenrundweg“ und schlugen den „Stadtmauerrundweg“ ein, um, gleich an der nächsten Ecke ein Gartenjuwel zu entdecken: Versteckt hinter einer kleinen Pforte in der Stadtmauer erspähten wir den „Natur!Garten“. Hunde erlaubt! Strike!
Dieser wilde Bauerngarten ist einfach herrlich. Es summt und brummt, es duftet, es wuchert und überall kann man Naturdeko und kleine feine Dinge entdecken. Von hier aus kann man sogar ein Stadtmauertürmchen kostenlos begehen. Und nachmittags hat ein kleines Café geöffnet. Auf einem Bänkla im Kräuterbeet sitzend habe ich mit meiner Family ein kleines Kräuter-Riech-Quiz gemacht. Naja, ausbaufähig… Dabei durften sie die Kräuter sogar angucken! Wir hatten viel Spaß! Nun war es gar nicht mehr schlimm, dass wir den Japanischen Garten nicht besuchen konnten. Beim Blick über dessen Mäuerchen hatten wir sowieso festgestellt, dass außerhalb der Azaleen- und Kirschblütenzeit dort nicht viel blüht. Anders im Naturgarten! Zum Glück!













Bei diesem Besuch in Bad Langensalza hat der wilde Garten über den Formschnittgarten – den japanischen – triumphiert. Wie ist es bei uns Menschen? Magst du lieber regelkonforme, akkurate oder wilde und unordentliche? Wie ist das bei den Christen? Jesus hat uns von den strengen Regeln und Ritualen des Alten Bundes (Testaments) befreit. Wir dürfen uns frei und wild entwickeln. Wie es unserer Persönlichkeit entspricht. Wir dürfen im Glauben an ihn frei sein. Er verurteilt uns nicht, wenn wir mal nicht in den Gottesdienst gehen. Oder den Psalm 23 nicht auswendig können. Oder mal feiern. „Alles ist erlaubt, aber nicht alles dient zum Guten.“ (1. Kor. 10,23) Aber das, was in Liebe geschieht, dient immer zum Guten. Und das ist ganz schön viel.
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