Der Juli ist ein erstaunlicher Monat. Man kann einfach aus dem Vollen schöpfen. Und man hat jeden Tag etwas aus dem eigenen Garten auf dem Teller. Gerade verspeise ich zum Beispiel Gurkensushi. Die hat meine jüngste Tochter gemacht. Das Rezept hat sie von einem gewissen Chattie. Ich habe überhaupt das Gefühl, dieser ChatGPT ist inzwischen bei uns eingezogen… Und dieser Typ weiß alles: Mathe, Chemie, Power-Point-Präsi erstellen, To-Do-Listen und eben auch Rezepte. Also ich habe ja bis vor ein paar Jahren noch Rezepte aus Illustrierten ausgeschnitten und in mein Kochbuch geklebt. KOCHBUCH – gibt es das Wort überhaupt noch im Duden?

Aber zurück zu den Gurken. Ich finde es toll, dass man, wenn man so eine kleine Gurkenschwemme hat, einfach riesige Mengen an Gurkensalat machen kann. Also den leckeren – mit Crème fraîche und so. Kennt ihr das auch, dass, wenn man im Winter Gurkensalat machen will, man immer so mit den Gurken haushalten muss, weil man ja meistens nicht mehr als 2 oder 3 Stück eingekauft hat? Aber im Sommer, da kann man eine riesige Schüssel voll machen und hat am nächsten Tag schon wieder neue Gurken.

Ja, solche Julitage sind meist fleißige Tage. Die Freizeit im Garten besteht aus Gießkannen schleppen, allem Wuchernden Herr werden und… ernten! Früher, als Kind, habe ich es gehasst, Johannisbeeren zu pflücken. Das nahm kein Ende und es wohnten immer Kanker (ich glaube, die heißen auf hochdeutsch „Weberknechte“; unsere Brandenburger Verwandtschaft nennt sie „Langbein“) in den Büschen. Vor denen habe ich mich gefürchtet. Aber wenn man seine Johannisbeersträucher selbst ausgesucht, gepflanzt, gegossen, gehegt und gepflegt hat, dann ist das Abernten Ehrensache. Also den einen, den mit den weißen Beeren, habe ich im Vorbeigehen weggenascht. Aber aus den anderen habe ich in Kombination mit Heidelbeeren ein schönes Julifrüchte-Gelee gemacht. Sommer im Glas, lecker.

Wir haben auch einen großen Sauerkirschbaum im Garten. Nun, der ist ein bisschen komisch. Weil er für seine Größe ganz schön wenig Früchte trägt. Aber mein Man liiiiieeebt Sauerkirschmarmelade. Deshalb hat er selbst welche gekocht. Zuerst hat er jedoch gewartet, bis die Hälfte der wenigen Früchte vom Baum herunterfiel oder faul wurde. Dann ist er schließlich random zu irgendwelchen Leuten mit Sauerkirschbaum im Dorf gegangen und hat deren Kirschen gepflückt. (Also er hat natürlich vorher gefragt!) Das Ergebnis ist ein Lebensvorrat an Sauerkirschmarmelade… Ich mag ja Leute, die so ein bisschen freaky sind…

Neben all der Arbeit können und dürfen Julitage aber auch faule Tage sein. Dieser Sommer gefällt mir bis jetzt sowieso ganz gut. Wir haben schon ganz schön viel Zeit im Pool verbracht. Und in der Hängematte (also nacheinander, hihi). Ich bin sehr froh und dankbar, dass wir in diesem Jahr keine große Baustelle haben, sondern einfach unseren Garten genießen können. Ich empfinde es als große Gnade, dass Gott alles wachsen und gedeihen lässt und uns mit allem versorgt, was wir brauchen. Und ich freue mich jedes Mal aufs Neue, wenn ich am Herd stehe und mir denke „Hm, in diese Tomatensauce könnten noch ein paar aromatische Kräuter!“ oder „Diese Marmeladenkombi schreit nach etwas Lavendel.“ Dann gehe ich raus in den Garten und pflücke die Zutaten einfach ab.

Heute hat mich Gott mit seiner verrückten Schöpfung zum Schmunzeln gebracht: Ich habe zwei Pflanzen der Zucchinisorte „Patisson Custard White“. Das sind die tellerförmigen Früchte, denen man gut den Hut abschneiden, sie aushöhlen, füllen und dann wieder den Deckel draufsetzen kann. Beim Zubereiten habe ich festgestellt, dass die Früchte unterschiedlich sind: Die von der einen Pflanze haben den Deckel auf der „richtigen“ Seite, die von der anderen eben nicht. Ich habe sie gedreht und den Stielansatz gesucht, bis ich ihn „unten“ fand. Verrückt, oder? Und meine gelbe, runde Zucchini hat, nachdem die ersten kleinen gelben Früchte abgefallen sind (warum auch immer?!) einfach grüne runde ausgebildet, die hervorragend schmecken. Seit heute wachsen allerdings wieder gelbe Früchte dran. So what?!

Gottes Welt ist so bunt und schön und immer wieder will er uns damit erfreuen. Warum sonst hätte er auch so herrliche und unterschiedliche Schmetterlinge erschaffen? Oder diese Sommerabend-Sonnenuntergänge?

In diesem Sinne – geht raus und genießt die Schöpfung!

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