Ich mache einen kleinen Gartenrundgang. Es ist kalt, feucht, neblig. Meine Hündin kommt nicht mit. Sie wartet vor der Terrassentür darauf, dass es wieder reingeht. Alter Couch-Potato… Aber was soll sie auch mit mir durchs nasse Gras stapfen? Sie weiß ja gar nicht, wie schön es trotz des Nebels gerade ist, wie wunderschön die Farben der Blätter, Früchte und letzten Blüten im Nebel gerade leuchten, so völlig ohne Sonnenschein! Denn Hunde können Farben nicht so sehen wie wir Menschen. Also genieße ich all die vom Tau glänzenden Herbstbilder eben allein. Hübsch verziert mit ein paar Spinnweben. Den echten, nicht den Pseudo-Spinnweben aus der Halloween-Dekoabteilung!











Wunderschön! Und trotzdem – es geht auf das Ende zu. Alles, was jetzt abfällt, wächst nicht mehr nach. Alles, was seine Farbe verliert, bleibt blass. Wir nehmen Abschied vom bunten Gartenjahr; verabschieden ihn in den Winterschlaf und gönnen uns Tage auf dem Sofa. Mit Milchkaffee. Ohne Gedanken an Gießen, Ernten, Düngen, Pflegen. Hat auch was. Einmummeln, Ausruhen, Kraft sammeln für das nächste Gartenjahr!











Die Uhr wurde schon zurückgestellt. Wie heißt die Eselsbrücke so schön: „Im Frühling kommen die Gartenmöbel VOR die Tür, im Herbst werden sie ZURÜCK ins Haus gestellt.“ Ich lasse die meisten meiner Gartenmöbel draußen stehen, mit ein paar Decken in Reichweite. Man weiß ja nie. Ein paar Stühle stelle ich in den Schuppen im Vorgarten. Denn in der kalten Jahreszeit sitzen wir gern mal -natürlich mit einem mehr oder weniger alkoholischen Heißgetränk- VOR dem Haus statt hinten im Garten. Der Vorgarten ist im Winter der place to be; warum, weiß ich auch nicht so recht. Man, bzw. frau schmückt halt im Winter den Vorgarten: Lichterketten, winterliche Topfpflanzen und Co. kommen nach vorne. Basta.







Mein Resümee an einem nebligen Fast-Novembertag: Herbstfarben brauchen nicht immer den goldenen Oktober-Sonnenschein und einen tiefblauen Herbsthimmel; sie wirken auch toll vor nebligem Hintergrund. Brauchen wir Menschen immer ein Licht von außen, dass uns strahlen lässt? Oder können auch wir im Nebel allein mit unseren Farben strahlen? Aus unserem Innersten heraus? Wie ist das, wenn das Umfeld farb- und kraftlos ist? Neblig, trüb und undurchsichtig? Fallen wir dann nicht umso mehr auf mit unseren Farben? Wer Gott kennt, leuchtet von innen. Weil er die Gewissheit hat, Gottes geliebtes Kind zu sein, egal, was um ihn herum gerade geschieht. Und wie die goldene Herbstsonne, die manchmal hervorspitzt, lässt Gott sein Angesicht über uns zusätzlich leuchten, durch den Segen, den schon Mose zugesprochen bekommen hat:
„Der HERR lasse sein Angesicht über dir leuchten und sei dir gnädig.“
4. Mose 6, 25
So, nun aber doch schnell wieder rein. Drinnen wartet auch schon eine schöne heiße Tasse Milchkaffee mit Honig, Zimt und Kardamom auf mich! Und der Hund ;- )
Deko Frühling Gemüse Gewächshaus Park Pool Projekt Rosen Sitzinsel Sommer Stauden Steingarten Terrasse Vorgarten Wein

Kommentar verfassen